Kundalini Yoga

und Tantra Yoga

Kundalini Yoga ist eines der zahlreichen Yoga-Systeme und kann in verschiedene Traditionen  unterteilt werden. Diese werden nach ihren Meistern genannt, wie z.B. die Traditionen von Swami Sivananda und Swami Vishnu-devananda oder von Yogi Bhajan.

 

Kundalini Yoga umfaßt bei der Schule des Yogi Bhajan nicht nur Körper- und Meditationsübungen, sondern auch geistige und körperliche Heilungstechniken (wie z.B. Sat Nam Rasayan, Massage), ayurvedische Ernährungsvorschriften, yogische Lehren der Lebensführung und auch die aus dem Sikhismus entstandene Kampfkunst Gatka. Eine Verwandtschaft besteht zu Hatha-, Laya- und Tantra-Yoga (Tantra ist ein System größtenteils esoterischer Lehren).

Geschichte

Der britische, damals in Indien lebende Jurist und Sanskritforscher Sir John Woodroffe brachte durch sein 1918 erschienenes Buch „The Serpent Power“ (Die Schlangenkraft, veröffentlicht unter dem Pseudonym Arthur Avalon) erstmals Informationen über Kundalini (wörtl.: „die Aufgerollte“) und die indische Chakrenlehre in den westlichen Kulturkreis. In früherer Zeit, über viele Jahrhunderte hinweg, gab es nur einen kleinen Kreis von Meistern, die die Lehren und Techniken des Kundalini Yoga an wenige, zur Treue verpflichtete Schüler mündlich weitergaben. Es war also eine typische esoterische Disziplin (esoterikos = dem inneren Bereich zugehörig, nur von Eingeweihten zu verstehen). Im 20. Jahrhundert begannen indische Lehrer und Ärzte, einem größeren Publikum Yoga nahezubringen. In nennenswertem Umfang wurde Yoga im Laufe der 1960er Jahre in den Westen eingeführt, wobei speziell Kundalini Yoga erst ab 1968 durch den Sikh Yogi Bahjan über Nordamerika auch nach Europa kam. In den Hauptstädten entstanden Ashrams und Yogazentren. Inzwischen gibt es etwa 500 Kundalini-Yoga-Lehrer nach Bahjan in Deutschland. Das Kundalini-System ist zwar ursprünglich aus dem Hinduismus hervorgegangen, beeinflußte aber auch Sikhismus, Sufismus, Jainismus sowie die tantrische Tradition des tibetischen Buddhismus.

Philosophisch-Religiöser Hintergrund

Wie bei allen Yoga-Formen, ist die Hypothese von Shiva und Shakti auch der Bezugsrahmen des Kundalini Yoga-Systems. „Shiva“ ist die tantrische Bezeichnung für reines Bewußtsein, das als unvergänglich und ewig angesehen wird. Es soll gewissermaßen das „Substrat“ darstellen, in dem sich alles Geschehen abspielt. „Shakti“ ist der Name für eine angenommene „kosmische Energie“. Sowohl die Materie, alle Kräfte, als auch Gedanken und Emotionen seien Manifestationen von Shakti. Zu beachten ist dabei, daß Shiva in diesem Kontext eine unterschiedliche Bedeutung gegenüber dem Begriff  Shiva im Vedanta (Teil des vedischen Schrifttums) hat. Auf den Menschen bezogen, soll ein „Energiesystem des Astralkörpers“ existieren. Alle verborgenen (= okkulten) Kräfte und Fähigkeiten des Menschen seien in der Kundalini verkörpert. Die „Kundalini-Energie“ gilt im Menschen als schlafend und soll bei der Yoga-Praxis stufenweise erwachen.

In den Upanischaden (Vedanta) wird gelehrt, daß das persönliche Sein des Menschen (atman) und das kosmische Sein (brahma) in Wirklichkeit eins seien. Diese Einheit zu glauben und durch Lebensführung (z.B. Askese), magische und meditative Praktiken (Yoga, Transzendentale Meditation) innere „Erleuchtung“ zu erreichen, ist das Ziel [Lit. 4].

Intensives Praktizieren des von Swami Vishnu-Devananda gelehrten Kundalini-Yoga sollen "zur Erweiterung des Bewusstseins und Verbindung mit dem Kosmischen" führen (nach einem Anbieterprospekt für Kundalini-Yoga).

Praxis

Die im Kundalini-Yoga verwendeten Grundtechniken zur „Energiearbeit“ sind:

  • Rezitieren bzw. Chanten von Mantren (Wortformeln)
  • Körperhaltungen (Asana)
  • Atemübungen (Pranayama)
  • Visualisierung machtvoller Bildvorstellungen (eine magische Praxis)
  • Gefühlslenkung

Integraler Bestandteil ist Dhyan, die Meditation. Eröffnet wird der Kundalini-Yoga-Unterricht mit dem Singen des Anfangs- (Adi-) Mantras "Ong Namo Guru Dev Namo".

Deutsche Bedeutung: Ich begrüße (Namo) die kosmische, schöpferische Energie (Ong) und den erhabenen (Dev) Weg zum Licht (Gu=Dunkel, Ru=Licht).

Die Einübung dieser Methoden führt (auch nach Angaben der Anbieter) zur Ausbildung übersinnlicher Fähigkeiten wie Astralerfahrungen, Wahrnehmung der Chakren und „feinstofflichen Ebenen“, Erfahren von Kraftwirkungen („Durchgeschüttelt werden“, Zittern), Hitzeempfindungen, Aurasehen, Visionsfähigkeit,  Ausbildung von Medialität und Hellsichtigkeit u.v.m. 

Gefahren

Die Beurteilung dieser okkulten Disziplin entspricht der bei unseren Hauptartikel „Yoga“ gegebenen Bewertung. Beim Praktizieren des Kundalini-Yoga kann es zudem zu sehr durchgreifenden, ja machtvollen und kaum beherrschbaren „Erweckungserfahrungen“ kommen, die häufig auch sehr bedrohlich und angstvoll sind (Beschreibung einer Lichtarbeiterin: "Gefühl, durch die Hölle zu gehen").

Selbst der Tiefenpsychologe Carl Gustav Jung, sonst nicht gerade als Kritiker des Yoga bekannt, warnt eindringlich:

"Man hört und liest oft über die Gefahren des Yoga, vor allem des berüchtigten Kundalini Yoga. Der in dieser Yoga-Form durch die Öffnung der Kundalini bewusst induzierte psychoseartige Zustand, der bei instabilen Individuen leicht zu einer echten Psychose führen kann, ist eine wirkliche Gefahr, die in der Tat sehr ernst genommen werden muss. Diese Praktiken sind höchst gefährlich und sollten nicht mit unserer typisch westlichen Lebensweise vermischt werden. Sie bedeuten eine Herausforderung an das Schicksal, die an die Wurzeln der menschlichen Existenz reicht, und es kann eine überwältigende Flut von Leiden aufbrechen, von denen kein vernünftiger Mensch jemals zuvor geträumt hat. Diese Leiden entsprechen den höllischen Qualen des chönyid-Bardo ... " (Quelle: C.G. Jung, Einführung in das tibetanische Buch der Toten) [Lit. 6]

Aus unserer Sicht sind das Besetzungen von Finsternismächten, sprich Besessenheitszustände. Die Mantren im Kundalini-Yoga sind Formeln zur Anrufung von Dämonen.

Ein Wort des Netzwerk-Teams an Mitmenschen, die "Erleuchtungserlebnisse" oder "spirituelle Erfahrungen" durch Kundalini-Yoga hatten:

Wir bezweifeln nicht, daß solche Erfahrungen möglich sind (viele Esoterik-Aussteiger berichten darüber). Wir sind aber davon überzeugt, daß es keine "göttlichen Erfahrungen" oder "göttlichen Kräfte" sind, die hier wirksam sind. Dies zeigt sich bei der Hinwendung zu Jesus Christus. Die Finsternismächte werden offenbar und müssen weichen:

"Jesus aber, da er auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er am ersten der Maria Magdalena, von welcher er sieben Teufel ausgetrieben hatte" (Markus 16, 9)

"Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit" (2. Timotheus 1, 7)

Jesus Christus verspricht:

"Ihr werdet mich suchen und finden. Denn so ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR, und will euer Gefängnis wenden" (Jeremia 29, 13.14)

"Wache auf, der du schläfst, und stehe auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten" (Epheser 5, 14)

Mit der biblischen Lehre sind die beschriebenen Philosophien und Yoga-Praktiken vollkommen unvereinbar, denn sie schließen vom Reich Gottes aus (Galater 5, 19-21). Es handelt sich um einen Versuch der Selbstverbesserung und Selbsterlösung, der das Versöhnungswerk von Jesus Christus beiseite stellt. Gott, der Vater, wie er uns in seinem Wort, der Bibel, offenbart ist, ist nicht irgendeine undefinierbare "kosmische Energie" oder irgendein mystisches Licht, sondern er ist göttliche Person, er ist der Schöpfer, und er ist uns in Christus Helfer, Arzt, Heiland, Bruder und Lehrer. Eine Verbindung und Gemeinschaft mit Gott ist nur durch Jesus Christus, den Sohn Gottes, möglich. ER ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (Joh. 14, 6).

Die Beschäftigung mit Kundalini Yoga führt von der christlichen Wahrheit weg; als hingebungsvoller Sikh führte Yogi Bhajan Tausende in den Irrtum dieses falschreligiösen Weges.

Interessanterweise gibt es zahlreiche Parallelen der Erscheinungen, die nach einem "Erwachen der Kundalini" auftreten und den sogenannten "Toronto-Segen"-Phänomenen in der neocharismatischen Bewegung [vgl. Lit. 7, 9]. Es handelt sich u.a. um Zuckungen (unwillkürliches Schütteln, Zittern, plötzliche Nickbewegungen des Kopfes), plötzliche Lautäußerungen und Gefühlsausbrüche (Lachen, Weinen), Gefühl anflutender Wärme, Kälteschübe, Schmerzzustände.

Befreiung

Die Befreiung aus den durch das Praktizieren von Kundalini-Yoga entstandenen starken seelischen Bindungen ist oft langwierig und schwierig. Der Okkult-Seelsorger Dr. Kurt Koch berichtet beispielsweise [in: Okkultes ABC, B 158, Lit. 5]:

"Mein aufschlußreichstes Erlebnis dieser Art hatte ich in Kalifornien. Eine junge Frau kam in meine Seelsorge. Sie berichtete, daß sie  Meisterin der zweiten Jogastufe  gewesen  sei... [...] Bei ihren Jogaübungen entwickelte sie okkulte Fähigkeiten. Es wurde ihr unheimlich, und sie versuchte, sich selbst zu befreien. Da merkte sie erst, welche Bindung Joga war. Sie fing an, Christus zu suchen. Einige Freunde beteten für sie. Unter fürchterlichen Kämpfen kam sie los. Sie schrieb einen Bericht unter der Überschrift „Vom Joga zu Christus“.

"Kehrt um und glaubt an das Evangelium!" (Markus 1, 15)

Quellenhinweise und weiterführende Informationen/Links:

[1] Wikipedia: Kundalini Yoga

[2] Wikipedia: Kundalini

[3] Berichte von Aussteigern: Christa * Andrea * Alexandra

[4] Brehm, R.E.: Alternative Heilverfahren, Religionen und der "Affe Gottes", S. 83 (BoD) 

[5] Koch, Dr. Kurt E.: Okkultes ABC - Kapitel "Yoga" - Yoga, Die vier Stufen

[6] Spiritual Dangers of Yoga and Kundalini / Dangers of Yoga according to Carl Jung (Yoga Dangers website)

[7] Huima, Antti - Comparison between Kundalini Practice & so-called Toronto Blessing (pdf Dokument)

[8] John Woodroffe: The Serpent Power, Madras: Ganesh & Co., 1978

[9] Strom, Andrew: Kundalini Warning - Are False Spirits Invading the Church? (pdf-Fassung bei uns auf Anfrage kostenlos erhältlich) - Rezension auf distomos blogspot

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Erstellt am 08. August 2015 * Update am 02. Oktober 2015

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