Tantrischer Buddhismus

Viśvavajra oder "doppeltes Vajra" im Emblem von Bhutan (Public domain)

Der Tantrische Buddhismus ist auch bekannt als Diamantfahrzeug (Diamond Way), Vajrayāna (Sanskrit वज्रयान vajrayāna), Lamaismus, Mantrayāna oder Secret Mantra. Es ist eine ausgesprochen esoterische Form des Buddhismus. Es handelt sich um ein komplexes und vielgestaltiges System buddhistischen Denkens, Lehrens und Handelns, das sich über viele Jahrhunderte hinweg entwickelt hat. Der Vajrayana ist eine ab dem 4. Jahrhundert in Indien entstandene Strömung des Mahayana-Buddhismus, die magische Praktiken aus dem Yoga und aus alten indischen Naturreligionen übernahm und insbesondere die buddhistischen Traditionen des Hochlands von Tibet, den Buddhismus in Tibet an sich sowie den Buddhismus in der Mongolei prägte. In geringerem Maße fand der Vajrayana auch Verbreitung im chinesischen und im japanischen Buddhismus.

Da der tibetische Buddhismus nachhaltig von der weitgehend schamanistisch orientierten Bön-Religion beeinflußt ist, ist die Integration des vorbuddhistischen Okkultismus und der magischen Rituale in den Vajrayana nicht verwunderlich. Für die Einbindung der Bön-Religion mit ihren meist furchterregenden Göttern und Geistern war hauptsächlich der indische Tantriker Padmasambhava verantwortlich. Dieser überwand durch Dämonenbannungen den bis dahin beharrlichen Widerstand der Tibeter. Das derzeitige spirituelle Oberhaupt des tibetischen Buddhismus ist der Dalai Lama.

Der Theologe Bruno Waldvogel-Frei erläutert dazu in seinem Buch "Das Lächeln des Dalai Lama":

"Die furchtbaren Götter werden zu Vorstufen Buddhas erklärt und als Beschützer in das buddhistische Pantheon eingereiht. Aber unter der buddhistischen Oberfläche leben und wirken diese Götter und Riten weiter. Tibet erlebt zwei buddhistische Missionierungswellen. Daraus entstehen verschiedene Sekten, die sich bis heute zum Teil erbittert bekämpfen. Dies sind zum einen die Nyingmapa oder »Rotmützen« - Mönche, die eine rote Mütze tragen und sich auch die »Schule der Alten« nennen. Daneben gibt es die Richtung der Kagyüpa, die durch die mündliche Überlieferung geprägt ist. Der Lehrer oder Meister spielt in dieser Überlieferungslinie die zentrale Rolle. Diese Linie wurde später in langwierigen Religionskriegen von den Gelugpa, den sogenannten »Gelbmützen« unterworfen. Dieser Richtung gehört der Dalai Lama an, der auch den Kagyüpa vorsteht."

Der Begriff "Vajra" heißt wörtlich "Diamant" und hat im tantrischen Buddhismus tiefere symbolische Bedeutung - nämlich als die in der "Erleuchtung" erfahrene Einheit allen Seins (im Zen "Shunyata" genannt). Letztlich stellt man sich im Lamaismus das Seiende als trügerische Illusion vor. Die "Erlösung" erlangt der Mensch in der vollkommenen Erkenntnis dieser "Wahrheit".

Tantrische Praktiken

Zu den besonderen tantrischen Methoden gehören neben der Meditation und Visualisierung auch das Rezitieren von Mantras und weitere Übungen, zu denen okkulte Rituale, Einweihungen und Guru-Yoga ("Einswerden mit dem Geist des erleuchteten Lehrers") gehören. Besonders im tibetischen Buddhismus wird dabei großer Wert auf direkte Übertragung und Unterweisung von Lehrer zu Schüler gelegt.

Im tantrischen Buddhismus sind neben dem Lama (= Guru) auch Yidam (= Deva) und Khandro (= Dakini) wichtig (die "drei Wurzeln" genannt). Die Gurus sind spirituelle Lehrer, Devas sind Meditationsgottheiten und Khandro ist eine kreative, dynamische Kraft. Um die esoterischen Praktiken des Vajrayana anwenden zu können, ist eine Einweihung (Initiation) und sogenannte "Zufluchtnahme" zu einem authentischen tantrischen Meister erforderlich. Mittels der Initiation wird der. Schüler in das Mandala einer tantrischen Gottheit und ihres Gefolges eingeführt. Gleichzeitig erfolgt die "Kraftübertragung" der damit verbundenen Mantren und rituell-meditativen Praktiken.

Eine der Meditationsgottheiten ist beispielsweise Manjushri. Der Schüler visualisiert sie in meditativen Übungen, um sich zuletzt mit ihr zu identifizieren. Dazu gibt es passende Mantras, hier das Manjushri Mantra, das eine Anbetungsformel darstellt:

Om namo Manjushriye, namo sushriye, namo uttamashriye svaha".

(Übersetzt: Om, ich verneige mich vor Manjushri, ich verneige mich vor dem Prächtigen, dem höchsten Ehrwürdigen, svaha) 

Jedem nachdenklichen Leser wird klar werden, dass es sich hier um reinen Götzendienst handelt, denn Anbetung gebührt nur Gott und seinem Sohn Jesus Christus.

Wichtig sind im tantrischen Buddhismus auch das Rezitieren magischer Formeln, das Drehen von Gebetsmühlen und das Aufstellen von Gebetsfahnen. Fortgeschrittene tantrische Meditationstechniken des Vajrayana-Buddhismus sind die "Sechs Yogas von Nāropa". Es handelt sich dabei um kontemplative Praktiken zur Erlangung von magischen Kräften, die Siddhis genannt werden.

Bewertung aus biblischer Sicht:

Aus den Beschreibungen wird deutlich, dass es sich beim tantrischen Buddhismus um eine Religion handelt, die Praktiken der Zauberei, des Spiritismus und Götzendienst umfasst. All diese Dinge sind Gott ein Greuel und schließen vom Reich Gottes aus (Verstöße gegen das 1. und 2. Gebot; Gott spricht in seinem Wort auch von geistlicher Hurerei). Menschen, die sich auf diese Praktiken einlassen, erleiden erhebliche geistliche und seelische Schäden und erwerben eine okkulte Belastung. Lehre und Praxis des tantrischen Buddhismus, wie auch des Buddhismus. allgemein, sind mit dem christlichen Glauben vollkommen unvereinbar. Das betrifft insbesondere die Erlösungsvorstellungen. Es ist eine "Religion ohne Gott", die ins ewige Verderben führt. Diese geistlichen Gefahren werden in Artikeln und Büchern meist verschwiegen oder schöngeredet.

Belegstellen aus der Heiligen Schrift:

Du sollst keine andern Götter haben neben mir. Du sollst dir kein Bildnis machen, keinerlei Gleichnis, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, noch des, das im Wasser unter der Erde ist. Du sollst sie nicht anbeten noch ihnen dienen. (5. Mose 5, 7-9)

Das alles um der Hurerei willen der schönen, lieben Hure, die mit Zauberei umgeht, die mit ihrer Hurerei die Heiden und mit ihrer Zauberei Land und Leute zu Knechten gemacht hat. (Nahum 3.4)

Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Haß, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch zuvor gesagt und sage noch zuvor, daß, die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. (Galater 5, 19-21)

Der Apostel Paulus schreibt im 1. Korintherbrief:

Was will ich nun damit sagen? Dass das Götzenopfer etwas sei? Oder dass der Götze etwas sei? Nein, sondern was man da opfert, das opfert man den bösen Geistern und nicht Gott. Nun will ich nicht, dass ihr in der Gemeinschaft der bösen Geister seid (1. Kor. 10, 19.20)

Erstellt am 21.08.2015 - Letztes Update am 25.09.2015

Literaturhinweise und Quellenangaben:

[1] Wikipedia (DE): Buddhismus - Vajrayana

[2] Wikipedia (DE): Bön-Religion

[3] Buddhismus in Thailand

[4] Eine Religion ohne Gott (buddhistische Sichtweise)

[5] Mertensacker, Adelgunde: Handbuch Orientierung - Buddhismus

[6] Kamphuis, Martin und Elke: Buddhismus - Religion ohne Gott (CLV - aus christlicher Sichtweise)

[7] Dalai Lama, Das Herz aller Religionen ist eins. Die Lehre Jesu aus buddhistischer Sicht, übersetzt von Michael Wallossek, 2. Auflage (Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag, 1997)

[8] Waldvogel-Frei, Bruno: Das Lächeln des Dalai Lama ...und was dahinter steckt (SCM R. Brockhaus, Witten 2008) ISBN 978-3-417-26253-7 (Buchausgabe) - ISBN 978-3-417-21007-1 (E-Book) Link: Register, Vorwort, Leseprobe

Der Autor beschreibt, wie das tibetische Oberhaupt die Sympathien geschickt benutzt, um seine eigenen Machtinteressen durchzusetzen. Hinter dem Lächeln des Dalai Lama versteckt sich ein gnadenloses religiöses System, das seine Anhänger mit einer unsichtbaren Geisterwelt in Kontakt bringt. Eine aufrüttelnde Dokumentation, die auf fundierten Recherchen beruht.

In diesem Buch wird realistisch dargestellt, was im tibetischen Buddhismus "wirklich Sache ist". B. Waldvogel-Frei legt die dunklen Geheimnisse des Buddhismus offen. Ein nüchterner und kritischer Beitrag zum "interreligiösen Dialog".

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