Vipassana

Vipassanā (aus dem Pali; deutsch „Einsicht“) bezeichnet im Buddhismus die „Einsicht“ in die Drei Daseinsmerkmale Unbeständigkeit (anicca), Leidhaftigkeit bzw. Nichtgenügen (dukkha) und Nicht-Selbst (anatta)

Der Übungsweg zur Entfaltung dieser Einsicht wird „Vipassana-Meditation“ (vipassanā-bhāvanā), „Einsichtsmeditation“ oder „Vipassana-Praxis“ genannt. Vipassana-Praxis ist ein Weg, um das durch "Nichtsehen" (avijjâ) und "Verblendung" (kilesa) verursachte Leiden (dukkha) zu überwinden bzw. im Leben die "Befreiung" des Nirwana zu erlangen. Er wird auf einen Kommentar (Visuddhi-Magga) zu den im Pali-Kanon überlieferten Lehrreden des historischen Buddha zurückgeführt.

Die „Vipassana-Bewegung“ ist eine lose geknüpfte Laien- und Ordiniertenbewegung, die im Theravada-Buddhismus ihren Ursprung hat. Sie umfasst heute zahlreiche Lehrer, Schüler, Kurse, Meditationszentren und Gemeinschaften.

Vipassanā ist weltweit die einflussreichste Form des heutigen Theravāda-Buddhismus und bildet neben dem Zen und dem tibetischen Buddhismus die dritte „Hauptströmung“ des Buddhismus im Westen. Die Ausgangsländer und hauptsächlichen Hochburgen der Achtsamkeits- bzw. Einsichtspraxis Vipassanā sind Burma und Thailand; Hauptquelle und damit zentraler buddhistischer Text zur Vipassana-Meditation ist die Satipatthana Sutta.

Es gibt inzwischen viele Verbindungen des Vipassanā mit der Psychologie und Gebieten helfenden Engagements, zum Beispiel dem Einsatz in Justizvollzugsanstalten, der Abhängigkeitsbehandlung oder der Komplementärmedizin.

Ein Hauptmerkmal des von den amerikanischen Vipassana-Lehrern Kornfield, Goldstein und Salzberg gelehrten bzw. ausgehenden „amerikanischen“ Vipassanā ist ein relativ stark ausgeprägter Synkretismus, das heißt die Vermengung des Vipassanā mit anderen Lehren unter dem Begriff „Vipassanā“, ohne daß diese Vermengung immer transparent gemacht wird. Solche Synkretismen bestehen bei Goldstein mit dem tibetisch-buddhistischen Dzogchen, bei Kornfield mit Therapie, Psychologie und der Lehre vom „Wahren Selbst“, bei Mannschatz mit Psychologie und Focusing oder bei von Allmen mit dem Mahāyāna [1].

Selbst vor einer synkretistischen Vermischung des Vipassana mit christlichen Inhalten wird in der heutigen (End-) Zeit nicht zurückgeschreckt.

Von überwiegend katholischen Lehrenden wird beispielsweise ein "Ashram Jesu" als "christlich-interreligiöse Lebensschule" angeboten, bei der die Betrachtung biblischer Inhalte mit Schriften anderer Weltreligionen vermengt und die Vipassana-Meditation den Teilnehmern mit christlichem Hintergrund nahegebracht wird - mit dem Anspruch, "alle mystischen Traditionen der großen Weltreligionen in gelebtes Leben umzusetzen" [2].

Ähnlichkeiten bestehen zur Methodik des MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction), siehe dort.

Beurteilung aus biblischer Sicht

Seien Sie sich bewußt, daß Sie sich bei Anwendung von Vipassana auf Praktiken fremder Religionssysteme einlassen. Christen werden durch das Praktizieren dieser buddhistischen Mediationstechniken geistlichen Schaden nehmen, da die Lehren und Methoden den biblischen Prinzipien widerstreiten. Vipassana ist, wie oben erläutert, eine in Konzept und Einübung buddhistische Praxis.

Es ist als besonders problematisch zu werten, daß für Interessierte durch die neutrale Namensgebung der Zusammenhang mit den genannten religiösen Herkunftssystemen häufig nicht sofort erkennbar ist. Der spirituelle Hintergrund der Anbieter stammt, wie oben beschrieben, aus dem Buddhismus bzw. Hinduismus.

Doch auch von seiten der weltlichen Psychologie kommen Warnungen. Beispielsweise ist der Psychologe Ulrich Ott vom "Bender Institute of Neuroimaging" an der Universität Gießen, der sich im Rahmen seiner Forschungsarbeit mit den "Nebenwirkungen" von Meditationen befasst, der Ansicht, daß Achtsamkeitsübungen gefährlich werden können. Vor allem für

"Menschen mit emotionaler Instabilität, Vulnerabilität für Psychosen, posttraumatischer Belastungsstörung und Erfahrungen von Depersonalisation oder Derealisation".

Das sind z.B. Menschen mit psychischen Krankheiten, bei denen die Wahrnehmung der eigenen Person oder der Umwelt extrem verzerrt ist.

Quellen, Verweise und Links

[1] Wikipedia (DE): Vipassana

[2] Ashram Jesu - Christliche Lebensschule (Internetpräsenz, abgerufen am 25.10.2020)

Erstellt am 25.10.2020 © Netzwerk Esoterik-Ausstieg

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