Entheogene

(Psychedelika)

Der Begriff ist zusammengesetzt aus drei der griechischen Sprache entnommenen Bestandteilen: (en) = in, (theos) = Gott und (genesthai) = bewirken.

Als Entheogene bezeichnet man im weitgefaßten Sinn chemische Stoffe oder Zubereitungen, welche meist der Natur entstammen und in traditionellen Kulturen zu rituell-religiösen Zwecken und zur Erzeugung von spirituellen Erfahrungen benutzt werden.

Als Beispiele können dienen: Psilocybin aus psychoaktiven Pilzen, das Dimethyltryptamin aus Virola- und Psychotria-Arten, Mescalin aus Kakteen (Peyotl) oder der sogenannte "Wahrsagesalbei" (Salvia divinorum). Sehr bekannt geworden ist auch das teilsynthetisch gewonnene LSD (Lysergsäure-diethylamid), welches in minimalsten Dosierungen wirksam ist.

Peyotl Kaktus - Bildquelle: Wikipedia (Dav Hir, Lizenz CC BY-SA 3.0)

Die als Entheogene gebrauchten Substanzen erzeugen veränderte Bewußtseinszustände bis hin zu optischen und akustischen Halluzinationen; man spricht dabei von psychedelischer und psychosomimetischer (eine Psychose nachahmender) Wirkung. Der Begriff "psychedelisch" wurde von dem britischen Psychiater Humphry Osmond geprägt und bezeichnet einen veränderten Bewußtseinszustand unter Aufhebung der Grenzen zwischen Selbst und Außenwelt (auch ALC genannt, altered state of conciousness).

Eine unrühmliche Bekanntheit haben dabei auch synthetisch hergestellte Stoffe wie Ecstasy erlangt, die neben der halluzinogenen auch aufputschende Wirksamkeit besitzen. Die tranceeinleitende Eigenschaft von Ecstasy wird durch exzessives Tanzen bei Techno-Musik noch unterstützt.

Die nach dem Konsum auftretenden Zustände "erweiterten" Bewußtseins gleichen den nach der Anwendung spiritueller oder ritueller Übungen (wie z.B. Meditation, Yoga oder Trancetanz) berichteten mystischen Erfahrungen. Insbesondere Schamanen benutzen die Entheogene, um durch deren Wirkung Kontakt mit Geistwesen aufnehmen zu können (Spiritismus).

Die unter dem Einfluß von Entheogenen stehenden Personen haben oftmals das Gefühl, mit Gott oder anderen "Wesenheiten" verbunden zu sein oder den ganzen Kosmos zu umfassen oder zu schauen. Manche meinen, es öffne sich der Himmel, und sie sähen Gottes Engel. Andere aber haben einen "bad trip", und es öffnet sich ihnen die Hölle, und sie sehen Teufel. 

Ein Jugendlicher aus Zürich bekam nach LSD-Konsum die Vorstellung, dass er am ganzen Körper brenne und stürzte sich in die Limmat, um das „Feuer“ zu löschen [2]. Der Entdecker des LSD, der Schweizer Pharmakologe Albert Hofmann, schildert seine erste "Konfrontation" mit LSD folgendermaßen:

»Alle Anstrengungen meines Willens, den Zerfall der äußeren Welt und die Auflösung meines Ich aufzuhalten, schienen vergeblich. Ein Dämon war in mich eingedrungen und hatte von meinem Körper, von meinen Sinnen und von meiner Seele Besitz ergriffen... Die Substanz, mit der ich hatte experimentieren wollen, hatte mich besiegt.«

Wirklichkeit und eingegebene Bilder können nicht mehr voneinander unterschieden werden. Es ist eine pseudo-religiöse Erfahrung durch die Anwendung von Drogen, die in starke Gebundenheit und seelische Abhängigkeit führt (Verlangen, das Erlebnis zu wiederholen).

Sehr eindrücklich ist auch das Transzendenzerlebnis während eines "bad trip" des Physikers Lambert Dolphin, der sich mit einer Forschungsgruppe von Ärzten und Psychologen einem "Experiment" mit LSD und Meskalin unterzog:

»Ich hatte das Gefühl, ich sei außerhalb meiner selbst... [...] Die Zeit schien fremdartig verzerrt zu sein, und ich erlebte sogar das erschreckende Gefühl des Stillstehens der Zeit und endlose Ewigkeit. [...] Für schmerzlich lange Momente war ich in dem Hexenkessel vorübergehenden Wahnsinns eingefangen und begegnete schrecklichen, unendlichen Welten von Unwirklichkeit. Fremde Kräfte und Mächte schienen um mich herum zu brodeln, nach mir zu rufen und an meiner Seele zu zerren. Und ich war der Abwesenheit Gottes gewahr, der weit weg und unnahbar erschien. Ich dachte nicht daran zu beten. [...]

Die vier Wochen, die dann meinem LSD-Test folgten, wurden langsam zur leibhaftigen Hölle. Ich nahm eine seltsame, mächtige Geisterwelt um mich herum wahr. Ich hatte so überwältigende und erschütternde Visionen von kosmischen Ausmaßen, daß ich sicher war, niemals zum Leben auf der Erde zurückkehren zu können. Ich war verfolgt von mich ständig umgebenden, verführerischen Stimmen, die mich zu Selbstmord oder absurdem Verhalten verführen wollten.» [8]

Entheogene Substanzen können nachweislich zu Drogenpsychosen und HPPD führen (fortbestehende Wahrnehmungsstörung nach Halluzinogengebrauch).

Beurteilung aus biblischer Sicht:

Der Versuch, mit Hilfe bewußtseinserweiternder Drogen eine religiöse Erfahrung oder eine Verbindung zu Gott zu bekommen, ist dem von Gottes Wort vorgegebenen Weg gänzlich entgegengesetzt. Die Bibel warnt vor solchen Versuchen und Praktiken eindrücklich.

Die beschriebenen Substanzen führen zur "Blockade" des fein abgestimmten Systems der fünf Sinne. Wenn man dieses System blockiert, dann öffnet sich das Tor zur übersinnlichen Wahrnehmung ("doorway"-Funktion).

Der Gebrauch von psychedelischen Entheogenen, verstärkt im rituell-religiösen Kontext (= Götzendienst), bewirkt also eine Öffnung des menschlichen Geistes und befähigt den "User" zur tatsächlichen Kontaktaufnahme mit der jenseitigen, unsichtbaren, übersinnlichen Welt.

Das in der Offenbarung des Johannes verwendete griechische Wort für Zauberei heißt pharmakeia. Es bezieht sich besonders auf den Gebrauch von psychoaktiven Drogen, die Trancezustände erzeugen, und wird darüber hinaus verwendet für jede Art von Zauberei, vermittelt durch die Kontaktaufnahme mit der spirituellen Welt [4]. Zwischen unserem Erfahrungsbereich und dem Transzendenten besteht eine Barriere, die Gott bewußt gesetzt hat. Entheogene Drogen reißen diese Barriere für gewisse Zeit nieder – mit äußerst gefährlichen Folgen für die Seele.

Derr Okkult-Seelsorger Dr. Kurt Koch berichtet von einem Erlebnis mit dem Entheogen "Ayahuasca":

"1964 bereiste ich einige Indianerstämme im oberen Amazonasgebiet. Ich war auch an der Bibelschule in der Nähe von Pucallpa. Eines Nachts wurde ich zu einer jungen Indianerfrau gerufen. Ich erfuhr, daß sie fünfmal bei den Zauberern gewesen war und selbst Ayahuasca, einen Zaubertrank, trank. Wenn diese junge Frau in Trance fällt wie der Zauberer selbst, dann fängt sie an, mit einer sehr hohen Stimme zu singen. Dem christlichen Glauben gegenüber ist sie völlig verschlossen. Und nun war ich nachts um halb zwei gerufen worden. Seit einer Stunde sang sie wieder ihre Zaubergesänge. Ich betete mit ihr und stellte mich unter den Schutz des Blutes Jesu. Dann gebot ich im Namen Jesu diesen Mächten auszufahren und gebot auch, daß sie sofort mit diesem Zaubergesang stoppen sollte. Sie hörte auch tatsächlich sofort auf und sang nicht mehr"

Die Heilige Schrift bezeichnet die dabei wirksamen spirituellen Kräfte oder Mächte als böse oder unreine Geister (Apostelgeschichte 19, 12 und 5, 16; Matthäus 10, 1). Der Oberste der bösen Geister ist der Teufel, der auch als "Fürst dieser Welt" (Johannes 12, 31 und 14, 30 und 16, 11) bezeichnet wird.

Der Autor Brad Green spricht davon und berichtet, wie er durch eine "psychedelische Tür" in den Okkultismus hineinkam: „Als ich zum ersten Mal LSD nahm, dosierte ich so kleine Mengen, dass ich nur etwas Spass hatte und Farben und psychedelische Muster sah… als ich aber anfing, wirklich heftige Dosen zu nehmen… bekam ich einen Leitgeist.“ [2]

Der "Beatle" John Lennon gab offen zu, daß er und seine Frau, Yoko Ono, auch zu Heroin gegriffen und alle Bandmitglieder LSD genommen haben: „Ich war es gewohnt, laufend LSD zu schlucken.“ Lennon interessierte sich auch stark für okkulte Dinge. Auf der LP "Mindgames" (1973) schrieb er einen Song mit dem Titel "Bring on the Lucie", in dem er den Antichristen (Lucifer) buchstäblich anbetet: "So wollen wir es wie ein Gebet hinausrufen: Befreie die Leute . . . 666 ist dein Name." [5]

Auch die Beatnik- und Hippie-Szene ist eng mit diesen Drogenerfahrungen verbunden. Hier ist an Leute wie Allen Ginsberg und Timothy Leary zu denken [7].

Eine Verbindung zu Gott erhält der Mensch nicht durch Entheogene (= Rauschdrogen), sondern nur durch seinen Sohn Jesus Christus:

Jesus sprach zu ihnen: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich" (Joh. 14, 6)

Wie sieht nun christliche Spiritualität aus? Sie ist Christus-zentriert, sie sucht keine ICH-bezogenen, mystischen Erfahrungen. Heinzpeter Hempelmann hat es in einem Vortrag so ausgedrückt [3]:

"Sie gebärdet sich nicht ekstatisch und verwirrt, sondern nüchtern und vernünftig; nicht stumm, sondern aussagekräftig; nicht plappernd, sondern bekenntnishaft; nicht selbstvergessen, sondern ihrer selbst bewußt; nicht gefühlsselig, sondern geistesgegenwärtig; nicht mantisch (zeichendeutend), sondern logisch (vgl. 1. Petr 3,15). Sie ist nicht Erlebnis- sondern Lebensspiritualität. Sie ist nicht Ausstiegs-, sondern Alltagsspiritualität"

Schriftstellen:

(...) welches Tages ihr davon eßt, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott (1. Mose 3, 5)

Und sie ließen ihre Söhne und ihre Töchter durchs Feuer gehen, und trieben Wahrsagerei und Zauberei, und verkauften sich, zu tun, was böse war in den Augen des HERRN... (2. Kön. 17, 17)

Niemand bringe euch um den Kampfpreis … indem er auf Dinge eingeht, die er nicht gesehen hat, grundlos aufgebläht von dem Sinn seines Fleisches … (Kol. 2, 18)

Und die übrigen Leute, die nicht getötet wurden von diesen Plagen, taten nicht Buße für die Werke ihrer Hände, daß sie nicht anbeteten die Teufel und goldenen, silbernen, ehernen, steinernen und hölzernen Götzen, welche weder sehen noch hören noch wandeln können; und taten auch nicht Buße für ihre Morde, Zauberei (=pharmakon), Hurerei und Dieberei (Offb. 9, 20.21)

Bibeltext: Parallel Bibel

Quellenangaben und weiterführende Informationen:

[1] Wikipedia: entheogen  * Humphry Osmond

[2] Gaber, Bruno: Sagt die Bibel etwas über Drogen?

[3] Hempelmann, Dr. Heinzpeter: Wo Gottes Geist wirkt – Evangelische Spiritualität nach 1. Kor. 12 (Vortrag vom 23.04.2001, Hauptkonferenz der RGAV)

[4] bibelkommentare.de: Wahrsagerei, Zauberei

[5] Bäumer, Ulrich: Wir wollen nur Deine Seele, Rockszene und Okkultismus: Daten - Fakten - Hintergründe, S. 54f. Bielefeld: Christliche Literaturverbreitung; Wuppertal: Ev. Gesellschaft für Deutschland, 8. Aufl. 1991

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 Der Verfasser, der selbst jahrelang Rockfan war, hat bei seinen Recherchen interessante Hintergrundinformationen über populäre Rockgruppen zusammengestellt. 

Mysteriöse, größtenteils wenig bekannte Hintergründe werden anhand zahlreicher Daten 
und Fakten beleuchtet und schockierende Zusammenhänge aufgedeckt. 
Anhand der Bibel zeigt der Verfasser dem Leser mögliche Konsequenzen auf und fordert so von jedem eine Entscheidung.
 
Kapitel 1: Die Geburt des Okkultrock 
Kapitel 2: Sympathy for the Devil 
Kapitel 3: Eine Standortbestimmung 
Kapitel 4: Unter dämonischen Einflüssen? 
Kapitel 5: Hotel California 
Kapitel 6: Highway to Hell 
Kapitel 7: Verharmlosung oder Übertreibung? 
Kapitel 8: Welche Rolle spielt die Musik? 
Kapitel 9: Die „okkulte Explosion“ 

[6] Hofmann, Albert: LSD - mein Sorgenkind, 9. Aufl. (dtv, 2001)

[7] Allen Ginsberg und die Beat Generation (Netzwerk - Artikel)

[8] Neues Bewußtsein - neue Religiosität, 1. Aufl., S. 29f (Patmos Verlag, Düsseldorf 1973, ISBN 3525776713) bzw. www.ldolphin.org/LSD.html

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Wilder-Smith, Prof. Arthur-Ernest: Ursache und Behandlung der Drogen-Epidemie

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Joe Wittrock -

No hope in dope !?! - Vom rebellischen Dauerkiffer und durchgeknallten Acidhead zum Zeugen JESU und Prediger des Evangeliums!

In the darkness of today, false enlightenment is sold from every corner. We buy these lies, then struggle blindly down paths of deceit, or we turn away, disillusioned with the search. JESUS stands in the midst of this, offering a pure light to those, who are tired, misled or without a hope. JESUS said: „I am the light of the world, he who follows me, shall not walk in the darkness but shall have the light of life.“ (Joh. 8:12) Cornerstone magazine, Jesuspeople (USA)

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Franz, Freaks and Friends

Er war ganz unten. Kaum eine finstere Seite des Lebens war ihm fremd. Er lebte 20 Jahre als Schmarotzer, Straßendieb, Drogenhändler und Versuchskaninchen im Drogenlabor. Fünf Jahre davon verbrachte er im Knast und in Nervenheilanstalten. Doch Franz hat’s uns gezeigt. Er hat unserer Gang gezeigt, dass es bei Gott keine hoffnungslosen Fälle gibt.

[3] Adolf Graul

Rock-, Pop- und Technomusik und ihre Wirkungen

Eine wissenschaftliche und biblische Untersuchung

Paperback, 320 Seiten

ISBN / EAN: 978-3-86699-227-6

Der Musik-Dozent Adolf Graul hat intensiv untersucht, welche biologischen und neurologischen Wirkungen bestimmte Musikstile auf Gemüt, Verstand und Seele des Menschen haben, und inwiefern Musik zur Übermittlung der christlichen Botschaft geeignet ist. Seine Ergebnisse rütteln auf und tragen zur Versachlichung der Diskussion bei, ob Rock- und Popmusik einen Platz in der christlichen Gemeinde haben sollte.

Der Theologe und Diplom- Musiker Roger Liebi schreibt: »Graul ist es gelungen, basierend auf modernen wissenschaftlichen Forschungsergebnissen die zerstörerische Wirkung der Rockmusik auf das Gehirn und die Seele überzeugend darzulegen. In künftigen Diskussionen um Rockmusik und Musik in der Gemeinde kann diese Veröffentlichung nicht mehr ignoriert werden. Sie stellt einen Meilenstein dar.«

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June 18, 2015 * updated May 08, 2016

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