Zen

Herkunft: Ab dem 5. Jahrhundert entstand in China Chan, eine Meditationsschule des Mahayana-Buddhismus, welche durch Übung der Meditation im Lotussitz, durch das Lösen von einer Art paradoxer Rätsel (chines. Gongans, japan. Koan) sowie "Erleuchtungserfahrung" gekennzeichnet ist. Chan wurde in (Süd-) Ostasien durch Mönche weiterverbreitet. Zen ist die ab dem 12. Jahrhundert entwickelte japanische Ausprägung dieser Strömung des mystischen Buddhismus. In der Neuzeit verbreitete sich Zen auch in den westlichen Ländern.

Für diese Verbreitung maßgebliche Vermittler sind der Religionsphilosoph Karlfriedrich Graf Dürckkeim (1896-1998), der Jesuitenpater Hugo Makibi Enomiya-Lassalle und der Benediktinerpater Willigis Jäger (Ko-un Roshi), weiterhin der Theologe Prof. Michael von Brück (Zen- und Yogalehrer) und Pater Johannes Kopp S.A.C. (geb. 1927).

Bedeutung: Der chinesische Begriff Ch'an stammt ab von Sanskrit Dhyana, das ins Chinesische als Chan'na übertragen wurde. Dhyana bedeutet - frei übersetzt - soviel wie "Zustand meditativer Versenkung". Zen wird daher auch bisweilen als Meditations-Buddhismus bezeichnet.

Lehre: Chan entstand in China durch die Begegnung mit den philosophischen Systemen des Taoismus (Tao = "Der Weg") und Konfuzianismus. Zen ist der weglose Weg, das torlose Tor, das Denken des Nichtdenkens. Es kann gesagt werden, daß Zen "nichts" bietet - keine Lehre, kein Geheimnis, keine Antworten. Den Schülern wird die Bereitschaft zur Aufgabe ihres selbstbezogenen Denkens und letztlich des Selbst abverlangt. Das Ziel der gegenstandsfreien Za-Zen-Meditation ("Sitzen in Versunkenheit", eine der wichtigsten Zen-Methoden) ist Erlangung des Satori, einer blitzartigen Erleuchtung, wie sie auch Buddha zuteil geworden ist.

Eingeübt wird auch die Meditation im Gehen (Kinshin) und das Koan-Studium. Koans sind kurze Sätze, Zitate, Rätsel, Anekdoten, die nicht immer in sich sinnvoll sind, sondern häufig Paradoxien beinhalten. Diese soll man in der Meditation "wirken lassen".

Beispiel für einen Koan (übrigens kein Scherz):

Der Schüler fragt den Meister: "Hat ein Hund Buddha-Natur oder nicht?" Der Meister antwortet: "Mu!" (Leerheit)

 

Weitere Begriffe im Zen:

Dharma: die Lehre Buddhas; das vom Buddha erkannte und verkündete Daseinsgesetz

Sensei: Lehrer, Meister

Roshi (alter Lehrer, alter Meister): Anrede, die besonders erfahrenen, autorisierten Lehrern im Zen-Buddhismus entgegengebracht wird

Sangha: Zen-Gemeinschaft

Sesshin: Periode unterschiedlicher Länge mit konzentrierter Zen-Meditation

Entwicklung: In den westlichen Ländern werden die Zen-Angebote oft erweitert durch Yoga, Kontemplation, Herzensgebet u.v.a. und unterstützen so die endzeitliche Religionsvermischung in Richtung einer Welteinheitsreligion.

Beurteilung aus biblischer Sicht:

Diese Meditations-Methode führt zur intensiven Einübung von Trance-Zuständen völliger Passivität (Entleerung des Bewußtseins). Trance ist die Türe zu einem anderen, dem "kosmischen" Bewußtsein und Eintrittspforte für okkulte, geistliche Mächte. Das Satori-Erlebnis wird als plötzliche "Inbesitznahme" beschrieben.

Der philosophisch-religiöse Hintergrund von Zen (Taoismus, Buddhismus) kennt keinen Gott als persönliches Gegenüber des Menschen. Nach Überzeugung des Zen-Meisters Willigis Jäger gibt es überhaupt keine Trennung zwischen Gott und Mensch, zwischen Schöpfer und Geschöpf. Alles bilde eine "universale Einheit". Mit der biblischen Lehre ist diese pantheistische Weltanschauung unvereinbar. Es handelt sich um einen Versuch der Selbsterlösung und der Selbstheiligung, die das Versöhnungswerk von Jesus Christus beiseite stellt.

Paulus schreibt im 1. Korintherbrief 1, 30 (Luther 1984):

Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung.

John Daido Loori, Abt eines Zen-Bergklosters im US-Bundesstaat New York, sagt: "Buddhismus ist eine Religion ohne einen Gott oder (je nach der besonderen Schule) ein späteres Leben... [Buddhismus ist] die Suche nach dem Wesen des Selbst, die in der Erkenntnis endet, daß es kein Selbst gibt, daß alle Geschöpfe und Objekte Manifestationen derselben zugrunde liegenden Realität sind" (zitiert nach Dave Hunt)

Bisweilen wird behauptet, besonders von Zen-Praktizierenden aus dem christlichen Kulturkreis, daß Zen ein "religionsunabhängiger" spiritueller Weg wäre. Aufgrund der dargestellten Hintergründe über das buddhistisch-mystische Wesen des Zen wird der Irrtum dieser Ansicht offenbar. Der bibeltreue Autor Rudi Holzhauer schreibt in seinem Buch "Verführungsprinzipien" über den Mystiker: "Der Mystiker ist - wie der buddhistische Mönch - immer unterwegs, er kommt aber nie zur eigentlichen Ruhe in Gott. Mystik ist Religion auf der Spitze des Subjektivismus; darum gibt es sie auch in allen Religionen. Religion aber ist in ihren vorzüglichsten Ausprägungen mit der Ich-Natur des seelischen Menschen verwoben. Diese ist aber für Gott absolut unbrauchbar und wurde mit Christus in den Tod gegeben."

Der berühmte Zen-Meister Shin'ichi Shisamatsu äußerte in einem Interview mit dem Tiefenpsychologen C.G. Jung (Jung/Hinshaw):

"Deshalb ist Zen auch keine Philosophie. Zen ist Philosophie und zugleich Religion. Aber keine gewöhnliche Religion, sondern Philosophie und Religion zusammen."

Auch viele Christen, die meinen sich auf diese fernöstlichen Vorstellungen einlassen zu können, ersetzen nach und nach den Glauben an den persönlichen, liebenden Gott durch den Glauben an eine unpersönliche "Energie des Kosmos". Satan, der "Vater der Lüge", versucht heute mächtig auf der Ebene der Weltanschauungen wirksam zu sein und führt damit zahlreiche Menschen weg vom lebendigen Gott - mit ewigen Folgen.

Der Buchautor und Zenmeister Zensho W. Kopp (geb. 1938) läßt bereits im Vorwort seines Buches "Zen und die Wiedergeburt der christlichen Mystik" die Katze aus dem Sack:

"Es (das Buch) möchte den Wahrheitssuchenden zu jener inneren Erfahrung hinführen, wo Buchwissen durch die Weisheit des Herzens und der Glaube an einen nur gedachten Gott durch die Erleuchtung des eigenen Geistes ersetzt wird. "

 

 

H.-M. Borst schreibt dagegen:

"Gott aber, wie er uns in seinem Wort, der Bibel, offenbart ist, ist nicht irgendeine undefinierbare kosmische Kraft oder irgendein mystisches Licht, sondern er ist Person, er ist der Schöpfer, er ist uns in Christus Helfer, Arzt, Heiland, Bruder und Lehrer. Haben wir dies begriffen, so werden wir jeden menschlichen Meister, Guru, Erleuchteten, Führer und Propheten schnell vergessen."

Die Befreiung durch Jesus Christus

 

Johannes 14, 6

Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Kolosser 2, 8

Sehet zu, daß nicht jemand sei, der euch als Beute wegführe durch die Philosophie und durch eitlen Betrug, nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt, und nicht nach Christo.

1. Korinther 1, 19

Denn es steht geschrieben: "Ich will die Weisheit der Weisen vernichten, und den Verstand der Verständigen will ich hinwegtun".

1. Johannes 4, 1

Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falsche Propheten ausgegangen in die Welt.

Epheser 6, 12

Denn unser Kampf ist nicht wider Fleisch und Blut, sondern wider die Fürstentümer, wider die Gewalten, wider die Weltbeherscher (Kosmokratoren) dieser Finsternis, wider die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern.

Quellenverzeichnis:

Wikipedia deutsch

Wikipedia englisch

bible-only: Zen-Meditation * Trance

Bericht eines Aussteigers

Borst, Hans-Martin: Und sie wissen nicht wohin - New Age (Hrsg. A.R.F., Lahr 1991)

Confessio, Missionar des Nichts: Willigis Jäger

Haase Eckart: Lichtarbeit - Der Weg ins Dunkel. Die neue Esoterik des 21. Jahrhunderts (wfb-Verlag, ISBN 978-3-930730-54-4)

Holzhauer Rudi: Verführungsprinzipien, unv. Neuaufl. 2012, S. 16 (Verlag der IABC, Wuppertal)

Hunt Dave: Die okkulte Invasion (clv)

The Berean Call: Buddhismus stärkt Verbindungen zur Kirche (Sept. 2009)

Meitzner Manfred, Hauth Rüdiger: Zen, Zen-Buddhismus und christlicher Glaube

Jung/Hinshaw (Hrsg.): C.G. Jung im Gespräch, Interviews-Reden-Begegnungen, S. 186 (Daimon Verlag)

Die Bibel (Luther- u. Elberfelder Ausgabe)

erstellt: 04.09.2014 - Letztes Update: 25.08.2015

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