Alchemie

(Alchimie, Alchymie)

Nachbildung des Labors von Andreas Libavius in Rothenburg ob der Tauber (Bild: Wikipedia)

Die Alchemie trat ab dem ersten Jahrh. n. Chr. in Ägypten in Erscheinung und vereinigte in sich gnostische, astrologische, philosophische und pantheistische Anschauungen.

In der Folgezeit kam es zunehmend zur Trennung in eine mystisch-spirituelle und eine naturwissenschaftlich-praktische Ausrichtung, wobei letztere in die neuzeitliche Chemie überging.

Alchemie ist eng mit der sogenannten Hermetik verknüpft. Der griechische Gott Hermes Trismegistos („Hermes der Dreimalgrößte“) wurde als „Schutzgeist“ der Alchemie bezeichnet; es ist der griechische Name für den ägyptischen Mondgötzen Thot, welchem astrologische, okkulte sowie theologische und philosophische Schriften zugeschrieben werden – die hermetische Literatur (Corpus hermeticum). Der Begriff „hermetisch“ steht für geheimnisvoll, völlig verschlossen, abgetrennt, unerreichbar.
Die religiöse Symbolik basiert auf den Traditionen der Gnosis, des Neuplatonismus und der hermetischen Schriften. Die Alchemie bezeichnet man auch als hermetische Kunst, ihre Arbeitsgeräte sind die hermetischen Gefäße.
Ziel der hermetischen Praxis war das Opus magnum (das „große Werk“), auch als Magisterium bezeichnet, die Vervollkommnung der Seele des Menschen durch eine Umwandlung (Transmutation), das bedeutet einen Läuterungsprozess in Analogie zu chemischen Operationen und Umwandlungsprozessen.. Die Veredelung der Stoffe war den Alchemisten nur ein Symbol der „Veredelung“ der Seele. Dieses Mysterium stellte, wie auch die angestrebte Herstellung des Steins der Weisen (Lapis philosophorum), eine auf chemischem Wege sich vollziehende „Gottesgeburt“ dar.
Mit Hilfe des Lapis philosophorum wollten die Alchemisten unedle Metalle in Gold verwandeln und ein Elixier herstellen, das dauerhafte Gesundheit und Jugendlichkeit verleiht und ein ewiges Leben verspricht. Auch ein Licht mit ewiger Leuchtkraft sollte erzeugt werden können. Die Herstellungs-vorschriften waren in einer Geheimsprache verfaßt, die nur Eingeweihten verständlich war - ein typisches Kennzeichen einer esoterischen Disziplin. Alchemie wird im Arabischen auch „Wissenschaft der Tempel“ genannt, denn sie wurde vornehmlich in den dunklen Kellern und Kammern der Tempelbauten praktiziert. Die Schüler der alchemistischen Künste wurden Adepten genannt.
Natürlich gab es zu allen Zeiten auch Betrüger, Scharlatane und Narren, die sich durch die „Goldmacherei“ zu bereichern versuchten. 
Übrigens findet sich die Idee des Zusammenhangs zwischen praktisch-handwerklicher  und philosophisch-spiritueller Alchemie in vergleichbarer Weise bei den fernöstlichen Religionen wieder, insbesondere im Daoismus. Ein bekannter daoistischer alchimistischer Autor war Ge Hong (4. Jahrhundert n. Chr.). In der Neuzeit beschäftigte sich der spiritismus-erfahrene Tiefenpsychologe Carl Gustav Jung intensiv mit der Alchimie; er stellte auffällige Zusammenhänge formaler und inhaltlicher Art zwischen inneren Bildern und Träumen seiner Analysanden und der alchimistischen Symbolik fest. Klaus-Rüdiger Mai schreibt in seinem Buch „Die geheimen Religionen“: „Alchemie ist nicht nur eine Technik, Wissenschaft oder Pseudowissenschaft, sondern vor allem eine Existenzform. Alchemist ist man entweder ganz oder gar nicht. Wenn man so will, ist Alchemie eine geheime Religion, der man sich mit Haut und Haar verschreibt.“
Bewertung der Alchimie aus christlich-biblischer Sicht:
Die Beurteilung der hermetischen Weltanschauung und Praxis fällt aus der Sicht von Gottes Wort eindeutig aus: Es handelt sich um Götzendienst und Zauberei. Die alchemistischen Praktiken wurden schon von Anfang an mit Magie in Verbindung gebracht; es handelt sich um eine verdeckte (okkulte) Religion, um den Versuch einer Selbsterlösung des Menschen, der dem von Gott vorgesehenen Weg der Erlösung durch Jesus Christus in jeder Weise widerspricht. Der alchimistische „Hermes Trismegistos“ ist eine satanische Nachahmung des dreieinigen Gottes. Viele praktizierende Okkultisten waren gleichzeitig auch Alchemisten, wie Paracelsus, Agrippa von Nettesheim, Nicolas Flamel oder Alexander von Bernus. Die Harry-Potter-Bücher der englischen Buchautorin Joanne Rowling sind voller Anspielungen und Erklärungen über Alchemie und Zauberei; mit ihnen werden heute bereits Schulkinder in diese dunklen Gebiete eingeführt. Der Kampf, der hier um die Seelen der Kinder und Jugendlichen geführt wird, ist geistlicher Natur (vgl. Epheser 6, 12). Gott verbietet den Menschen okkulte Beschäftigung in seinem Wort, der Heiligen Schrift, streng, weil damit sehr große Gefahren für die Seele verbunden sind. Christen wie Nichtchristen sollten von solchen Praktiken weiten Abstand halten bzw. bei Verstrickung sich davon abwenden.

Die Dimension des Abgrundes ist das Hermetische (H. Rombach)

Schriftstellen:

Wer sind sie, die einen Gott machen und einen Götzen gießen, der nichts nütze ist? (Jesaja 44, 10)

Sehet zu, daß euch niemand beraube durch die Philosophie und lose Verführung nach der Menschen Lehre und nach der Welt Satzungen, und nicht nach Christo (Kolosser 2, 8)

Der Geist aber sagt deutlich, daß in den letzten Zeiten werden etliche von dem Glauben abtreten und anhangen den verführerischen Geistern und Lehren der Teufel (1. Timotheus 4, 1)

Ihr könnt nicht zugleich trinken des HERRN Kelch und der Teufel Kelch; ihr könnt nicht zugleich teilhaftig sein des Tisches des HERRN und des Tisches der Teufel (1. Korinther 10, 21)

Setze dich in das Stille, gehe in die Finsternis, du Tochter der Chaldäer; denn du sollst nicht mehr heißen "Herrin über Königreiche" (Jesaja 47, 5)

Ihr wisset, daß ihr Heiden seid gewesen und hingegangen zu den stummen Götzen, wie ihr geführt wurdet (1. Korinther 12, 2)

Quellenangaben und weiterführende Informationen:

Wikipedia: Alchemie
http://de.harry-potter.wikia.com/wiki/Alchemie
Mai, Klaus-Rüdiger: Die geheimen Religionen: Götter, Sterne und Ekstase, S. 519ff (Bastei-Lübbe, 2012)

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