Theosophie

Kupferplakette mit dem Symbol der theosophischen Gesellschaft (Foto: Jens Rusch, Liz. CC BY-SA 3.0)

Der Begriff "Theosophie" stammt von dem griechischen Wort θεοσοφία ab und steht für „Gottesweisheit“ oder "Weisheit vom Göttlichen", meist bezogen auf das Göttliche im Menschen. Man unterscheidet eine "christliche" Theosophie (deren Vertreter sind z.B. Origenes, Böhme, Oetinger) und die "außerchristliche" Theosophie, eine Geheimlehre, die in der 1875 in New York  begründeten Theosophical Society (Theosophische Gesellschaft), insbesondere durch den Freimaurer Henry Steel Olcott und das spiritistische Medium Helena Petrowna Blavatsky ihren Ausdruck fand. Blavatsky verfasste eine Reihe von Büchern, die ihr von "unsichtbaren Meistern" angeblich diktiert wurden. Diese Theosophische Gesellschaft hat beträchtlichen Einfluss auf nachfolgende esoterische Bewegungen genommen. Hervorgegangen ist diese okkulte Theosophie aus der Spiritismus-Welle, die besonders die Vereinigten Staaten in den Jahren nach 1848 erfasste. Bei der aus östlichen (v.a. indischen) Quellen schöpfenden Theosophie Blavatskys handele es sich Helmut Zander zufolge um die erste nichtchristliche Religionsgründung nach der Antike in Europa.

Aus der spiritistischen Erfahrung (Wahrsagung und Totenbefragung) entstammt die Vorstellung einer Geisterwelt, die sich hinter der sichtbaren, materiellen Welt verbirgt.

Die Theosophie der Theosophischen Gesellschaft wird von ihren Anhängern als die durch okkulte Praktiken zu erkennende "Ur- oder Weisheitsreligion" betrachtet, die angeblich über allen Religionen und Philosophien stehen soll. Die Konsequenz ist eine Vereinigung dieser Anschauungen und damit Synkretismus. H.S. Olcott entwickelte dazu den Leitsatz "Keine Religion ist höher als die Wahrheit". Das Symbol der Gesellschaft umfasst wiederum verschiedene Symbole von Religionen wie Hinduismus, Judentum, Alchemie/Gnosis und die altägyptische Mysterienreligion.

Dementsprechend wurden drei Hauptziele der Theosophischen Gesellschaft formuliert [2]:

  • zum vergleichenden Studium von Religion, Philosophie und Naturwissenschaft anregen;
  • einen Kern der "allumfassenden Bruderschaft" der Menschheit bilden, ohne Unterschied von Rasse, Religion, Geschlecht, Kaste oder Hautfarbe;
  • die Erforschung ungeklärter Naturgesetze und der im Menschen verborgenen (okkulten) Kräfte fördern.

Quellenhinweise und Literaturangaben:

Wikipedia (DE)

Handbuch Orientierung: Theosophie, http://www.bibel-glaube.de/handbuch_orientierung/Theosophie.html

Relinfo (CH): Theosophie (allgemein)

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