Offenbarung 14, 13

The Second Coming of Christ window at St. Matthew's Lutheran Church in Charleston (Bild: Cadetgray, Liz. CC BY-SA 3.0)

Alfred Christlieb

Betrachtung zu Offenbarung 14, 13:

»Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit; denn ihre Werke folgen ihnen nach«

Unser Text gibt uns auf drei Fragen eine Antwort.

1. Wer gehört zu den selig Vollendeten?

Viele Menschen sind mit dieser Frage schnell fertig. Jeder Verstorbene ist bei ihnen ohne weiteres »selig«. Die Bibel spricht aber anders. Sie preist nicht jeden, der aus dem Leben scheidet, selig, sondern nur diejenigen, »die in dem Herrn sterben«.

Längst nicht alle Menschen sterben »in dem Herrn«, d. h. in echter, wahrer Gemeinschaft mit Gott. Viele wollen seine Gemeinschaft nicht. Ja, sie fliehen vor ihr. Wer aber wirklich »in dem Herrn« stirbt, der gehört zu den selig Vollendeten. Darum sei dies unsere wichtigste Sorge, daß wir »in dem Herrn« erfunden werden.

Im Glauben an Jesus gewinnen wir solche Gottesgemeinschaft. In ihr sind wir im Leben und im Sterben, in Zeit und Ewigkeit völlig bewahrt und geborgen. Dann werden wir bei unserm Tode nicht etwa nur von falschen Lobrednern selig gepriesen, sondern vom Herrn selbst.

2. Welches Los haben die selig Vollendeten?

In unserer Zeit gibt es Leute, die zu Zauberern und Wahrsagern, zu Spiritisten und Schwärmern laufen, um etwas über das Los ihrer Abgeschiedenen zu erfahren. Welche Torheit! »Soll nicht ein Volk seinen Gott fragen?« (Jes. 8, 19). Gottes Wort gibt uns die beste und sicherste Auskunft.

Auch unser Text schenkt uns einen köstlichen Lichtblick. Er spricht von einem »Ruhen« der im Herrn Entschlafenen: »Ja, der Geist spricht, daß sie ruhen von ihrer Arbeit.« Wie köstlich ist der Ausdruck »ruhen« für einen treuen Arbeiter!

Als die Kinder Israel das Land Kanaan unter Josua eingenommen hatten, »gab der Herr ihnen Ruhe von allen umher« (Jos. 21, 44). Von David heißt es nach kampfesreichem Leben, daß »der Herr ihm Ruhe gegeben hatte von allen seinen Feinden umher« (2. Sam. 7, 1). Wie köstlich muß diese Ruhe für Israel und David gewesen sein! Aber was ist Israels und Davids Ruhe gegen jene Ruhe, die »noch vorhanden ist dem Volke Gottes« (Hebr. 4, 9)!

Die Seligen haben hienieden oft unter Kampf und mit viel Mühe ihr Tagewerk ausgeführt. Nun ist es vollendet! Ein Mose braucht dort kein murrendes Volk mehr durch die Wüste zu führen, ein Elia keinen gottlosen Ahab zurechtzuweisen. Ein Paulus braucht nicht mehr Tag und Nacht unter Tränen zu ermahnen (Apg. 20, 31). Ein Johannes wird nicht mehr von Diotrephes verleumdet (3. Joh. 9 f.). Sicherlich wartet manch seliger Dienst dort auf die Knechte des Herrn. Aber von all ihren Mühen und Kämpfen werden sie ausruhen und wie ein Lazarus in Abrahams Schoß getröstet werden (Luk. 16, 23).

3. Was nehmen die selig Vollendeten von ihrem Erdenleben mit?

Tausend Dinge werden sie zurücklassen. Weder Reichtum noch Häuser, weder Ehre noch sonstiger Besitz werden mitgehen. Aber doch gibt es Dinge, die wir drüben wiederfinden werden: »Ihre Werke folgen ihnen nach!«

Alles, was die Seligen in göttlichem Auftrag ausrichteten, der ganze Ertrag ihrer Arbeit soll drüben offenbar werden. Jeder Segen, den sie zurückließen, jedes Wort und jede Tat, die aus der Gemeinschaft mit Gott herausflossen, wird sich dort als Samenkorn zeigen, das eine herrliche, nie aufhörende Ernte zeitigt (Gal. 6, 9).

Gewiß werden dort viele Taten und Werke, die nur aus Eitelkeit und mit allerlei selbstsüchtigen Hintergedanken vollbracht wurden, als nichts erscheinen. Aber die Werke, die in Gott geschehen sind, werden wie Edelsteine glänzen. Paulus wird seine Gemeinden, um die er heiß im Gebet und in treuer Arbeit kämpfte, wiederfinden. Die Mutter Augustins, die jahrelang anhaltend um ihren verlorenen Sohn flehte, wird die Frucht ihrer Gebete dort schauen. Alle Geduldsarbeit, aus der man hier unten nicht viel Wesens machte, wird dort in ihrer Schönheit offenbar werden. Mancher verborgene Dienst, den Menschen nicht beachteten und rühmten, wird dort mehr gelten als große Leistungen berühmter Redner.

So gewiß es die biblische Wahrheit ist, daß alle diese Werke nicht vorausgehen werden, um die Himmelstüre zu öffnen, ebenso gewiß ist es nach der Schrift, daß dieselben wie ein herrliches Geleit nachfolgen werden. Wohl allen, die an solcher Freude teilhaben!

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