Lukas 12

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Lukas 12, 2:

Es ist nichts verborgen, das nicht offenbar werde, noch heimlich, das man nicht wissen werde. 

Betrachtung von Carl Eichhorn (1810-1890)

Jesus will, daß seine Jünger heraustreten mit einem offenen Bekenntnis. Sie sollen ihr Licht leuchten lassen und seinen Namen bekennen vor den Menschen. Was ihnen der Heiland im vertrauten Verkehr gesagt hat, was er ihnen sozusagen ins Ohr sprach, das sollen sie auf den Dächern predigen. Der Herr Jesus hat keine Geheimlehre. Er war kein Winkelprediger. Er selbst redete frei im Tempel, also in der breitesten Öffentlichkeit. Auch seine Jünger sollen sich nicht versteckt halten. - Leicht ist es nicht, offen herauszutreten. Die Menschenfurcht hält zurück. Von jeher sind alle wahren Jünger Jesu verspottet, verachtet, verfolgt worden. Man sieht sie über die Achsel an, erklärt sie für rückständig oder auch für überspannt, einseitig, krankhaft und schwärmerisch. Daher besteht die Gefahr, daß man in den gleichen Ton einstimmt und im Verkehr mit der Welt einen weltlichen Mantel umhängt. Aber was ist das anderes als Unwahrheit und Heuchelei? Wenn sich jemand aus Menschenfurcht verhüllt, so riskiert er, daß er das Gute wieder verliert, das ihm von oben in die Seele gelegt wurde. Es ist schließlich am allerklügsten, wenn man sich freimütig als Jesu Jünger bekennt. Denn die Leute merken es doch, wenn jemand nicht innerlich mit ihnen übereinstimmt. Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werde. Ist jemand gar so ängstlich, verzagt und schüchtern, wird die Welt nur umso kecker und fällt umso schlimmer über ihn her. - Darum laßt uns den Herrn bekennen und die Wahrheit bezeugen, wenn wir schlechte Reden, faules Geschwätz und fade Witze hören müssen! Laßt uns nicht stumme Hunde sein, sondern unsere Stimme erheben und uns wehren für unsern Herrn! Es ist schon ein Bekenntnis, wenn wir nicht mittun, nicht mitlachen bei unpassenden Späßen, uns nicht der Welt gleichstellen in leichtfertigen Moden oder geschmacklosen Frisuren. Bekenntnis des Wortes und Bekenntnis des Wandels: Beides muß beisammen sein. Fromme Worte, mit denen der Wandel nicht übereinstimmt, bewirken, daß die Welt die gute Sache lästert. - Vor einem offenen Bekenntnis haben auch Weltmenschen Respekt. Sie merken bald, daß sie einen mutigen Jünger Jesu gehen lassen müssen, weil alle Mühe, ihn von seinem Weg abzubringen, umsonst ist. - Ein schönes Beispiel eines wachsenden Bekennermuts gibt uns Nikodemus. Zuerst kam er bei Nacht zu Jesu. Dann wagte er in der Ratsversammlung, ein Wort für den Heiland einzulegen. Sie fielen über ihn her mit der Rede: "Bist du auch ein Galiläer?" - Aber durch das offene Bekenntnis ist sein Mut gewachsen. Unmittelbar nach dem Abscheiden Jesu bekannte er sich zu dem von seinem Volk gehaßten und verworfenen Heiland und brachte allerlei Spezereien, um den Leichnam einzusalben. Das war eine Tat. Denn keiner der Apostel wagte, in diesem gefährlichen Moment hervorzutreten. Sie hielten sich alle versteckt aus Furcht vor den Juden. - Treten wir mutig auf Jesu Seite, dann hält er sich auch ganz zu uns.


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